Fleisch als Klimakiller

von Anne Bender

Sinan und Alexander genießen zusammen ihre Mittagspause in der Kantine. Sinan bestellt Spaghetti mit Tomatensoße, Alexander ein Rindersteak mit Kartoffeln und Gemüse. „Warum isst du eigentlich so selten Fleisch?“, wundert sich Alexander. „Viel Fleisch zu essen ist nicht gut für die Umwelt und die Gesundheit. Ich möchte weniger davon essen, um die Umwelt zu schützen“, antwortet Sinan. Alexander schaut Sinan ganz entgeistert an: „Was bitte hat denn der Verzicht auf Fleisch mit Umweltschutz zu tun?“

Sinan erklärt Alexander die Zusammenhänge. Sein ökologischer Fußabdruck1 bei dieser Mahlzeit ist tatsächlich viel kleiner als Alexanders. Sinans Gericht hat einen virtuellen Flächenverbrauch von 0,46 qm, Alexander hingegen beansprucht für sein Gericht Flächen einer Größe von 3,61 qm.2

Weshalb ist der ökologische Fußabdruck tierischer Produkte um ein Vielfaches höher als der pflanzlicher Erzeugnisse? Welche globalen ökologischen Folgen hat der Konsum tierischer Produkte? Inwiefern spielt er für die Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Biodiversität eine Rolle? In welchem Zusammenhang stehen Viehzucht und weltweite Nahrungs- und Wasserknappheit? Nicht thematisiert werden können in diesem Artikel der starke Lobbyismus in der Fleisch- und Milchindustrie, ethische Aspekte der Massentierhaltung, die Rolle der Pharmaindustrie in der Viehzucht und die gesundheitsschädlichen Auswirkungen eines hohen Konsums von Fleisch und Milchprodukten auf den Menschen.

Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland über dem globalen Durchschnitt

Fleisch ist zur günstigen Massenware geworden. Während vor ein paar Jahrzehnten der Sonntagsbraten den kulinarischen Höhepunkt der Woche bildete, essen heute ca. 85 % der Deutschen täglich Fleisch. Zwischen den Jahren 1960 und 2000 hat sich die Weltbevölkerung nahezu verdoppelt, womit auch die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten stieg. Die weltweite Fleischproduktion hat sich in den letzten 50 Jahren fast vervierfacht. Im Durchschnitt verbraucht jeder Weltbürger ca. 43 kg Fleisch pro Jahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt mit 60 kg,3 wie der anderer Industrieländer, sogar deutlich über dem globalen Durchschnitt. Auch in Schwellenländern steigt die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten stetig.

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