Migration und Identitätskrise: Interview mit Dr. Sarah Demmrich

Die große Mehrheit der Türkeistämmigen fühlt sich in Deutschland im Großen und Ganzen sehr wohl. Gibt es dennoch, was kulturelle und soziale Integration betrifft, unterschiedliche Wahrnehmungen? Wie steht es um die religiöse Identität türkischstämmiger Muslime in Deutschland? Und welche Haltung nimmt die deutsche Mehrheitsgesellschaft dazu ein? Die Religionspsychologin und Sozialwissenschaftlerin Dr. Sarah Demmrich teilt einige Erkenntnisse ihrer jahrelangen Forschung mit der Fontäne.

Die Fontäne: Was hat Sie dazu bewegt am Forschungsprojekt der Uni Münster „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Kulturelle und soziale Integration im Selbstbild türkischstämmiger Muslime in Deutschland“ teilzunehmen?

Dr. Sarah Demmrich:  Meine Faszination an der Forschung zu Muslimen, vor allem in der Türkei als ein sehr facettenreiches Land bezüglich Religion und Religiosität, war schon immer sehr groß. Gerade meine Zeit als Assistenzprofessorin in Istanbul war für mich, sowohl für meine Forschung als auch für meine Lehre, sehr eindrücklich und hat mir darüber hinaus die Erfahrung gebracht, was es selbst heißt, zu migrieren und sich zu integrieren. Dies hat mich natürlich dazu motiviert, auch in Deutschland nach Projekten zu suchen, welche zu meinem Forschungsinteresse passen. Eine zentrale Frage des Exzellenzclusterprojektes „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, nämlich ob bestimmte kulturell-religiöse Überzeugungen einen Beitrag zur oder ein Hindernis für die Integration darstellen, trifft meinen Interessenbereich als Religionspsychologin ganz zentral. Obwohl diese Frage oft als unpopulär gilt, ist sie jedoch eine, welche viele Menschen und Akteuren in unserer Gesellschaft wichtig ist und nach meiner Sicht von der Wissenschaft gestellt und beantwortet werden sollte.

Welches Verständnis von Integration haben die türkischstämmigen Muslime? Lässt sich eher eine Tendenz zur Assimilation oder zur kulturellen und sozialen Abschottung erkennen?

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