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Gesellschaft Sprache

Veröffentlicht am Mai 20th, 2014 | von diefontaene

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Über den Ursprung der Sprache

„Er rief es mit der gleichen Stimme an, versuchte, ihm zu antworten, und brachte jeden erdenklichen Laut heraus, doch da war keine Bewegung, keine Regung. Dann sah er in seine Ohren und Augen, aber entdeckte keine Verletzungen.“ So reagiert Hayy Ibn Yaqzan, die Hauptfigur von Ibn Tufayl‘s gleichnamigem Roman aus dem 12. Jahrhundert, als das Reh stirbt, das ihn auf einer einsamen Insel großgezogen hat. Hayy hatte, allein auf der Insel, die menschliche Sprache nicht erlernen können, sondern imitierte lediglich tierische Laute, die er in seiner Umwelt aufschnappte. Sein Schicksal glich dem vieler Kinder, an denen man in Antike und Mittelalter Sprachexperimente durchführte, indem man sie isolierte, um der Entstehung von Sprache auf die Spur zu kommen. An seiner Figur exemplifiziert sich die Frage, ob der Mensch von Geburt an Sprachfähigkeit besitzt oder ob er sich diese Fähigkeit im Laufe der Zeit erworben hat.

Von der Antike bis in die Moderne hinein haben zahllose Denker und Gelehrte sowohl phylogenetische als auch ontogenetische Erklärungsversuche zu diesem so komplizierten wie tiefgründigen Sachverhalt präsentiert. Im Mittelpunkt ihrer Betrachtungen standen und stehen dabei stets dieselben Fragen: Ist Sprache angeboren oder erworben? Ist sie inneres Denken oder nur äußeres Kommunikationsmittel? Wie lautete das erste gesprochene Wort, sofern es denn eines gab? Die Frage, ob die Sprache ein Geschenk des Himmels oder ein Meisterwerk der Natur ist, stellt sich also seit Menschengedenken.

Die menschliche Sprache

Das Archiv der Weltsprachen, ein Online-Kompendium zum Sprachenvergleich, schätzt die Zahl der gesprochenen Sprachen auf der Erde auf 5.000 bis 7.000; Dialekte ausgenommen. Die Zahl der Sprachen stimmt demnach fast mit der Zahl der Ethnien auf der Welt überein. Da Sprachen an ihre Sprecher gebunden sind, verändern sie sich im Laufe der Zeit. Eine exakte Zahl der aktiv gesprochenen Sprachen ist nicht ermittelbar, weil Sprachen… Weiterlesen

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