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Veröffentlicht am Februar 4th, 2013 | von Sumeyra Dural Cokavci

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Süßer als Zucker, schwarz wie die Nacht, heilsam wie Medizin

Eine Substanz, die 50-mal süßer ist als Zucker und so biegsam, dass man sie als Schnürsenkel oder Springseil verwenden könnte? Die sich formen lässt wie Kunststoff, beispielsweise zu Schnecken, zu Kätzchen, Drops oder Talern? Die im Gegensatz zu Kunststoff aber auch noch gut schmeckt, die man kauen und schlucken kann? Nein, die Rede ist nicht vom Bonbon der Zukunft, sondern vom Wurzelextrakt einer uralten Pflanzenart, die sogar König Tutanchamun schon mit ins Grab gelegt wurde. Ihr Name ist Süßholz, besser bekannt ist sie jedoch unter einem anderen Namen: Lakritze. Aus dem Saft ihrer Wurzel werden die gleichnamigen Süßigkeiten hergestellt. Seit Jahrtausenden schon benutzt man Süßholz unter anderem zur Verfeinerung von Speisen und auch in der Heilkunde.
Das Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist in der Mittelmeerregion beheimatet. In vielen Ländern des Nahen Ostens, Europas und Westasiens gedeiht es in freier Wildbahn. Es braucht viel Sonne und ist empfindlich gegen Frost, hat bläulich-violette Blüten, gefiederte Laubblätter und wächst bis zu 1,5 Meter hoch. Sein Gattungsname Glycyrrhiza leitet sich aus den altgriechischen Wörtern Glycos riza ab – süße Wurzel. Die Wurzeln sind gelblich, holzig, etwa fingerdick und haben mehrere Meter lange Ausläufer.

Seine unglaubliche Süße verdankt das Süßholz seinem Hauptwirkstoff Glycyrrhizinsäure, die eine 50-mal stärkere Süßkraft als Haushaltszucker besitzt; einige Forscher sprechen ihm sogar eine 150-mal stärkere Süßkraft als Rohrzucker zu. Auch die Heilkraft der Pflanze wird auf die Glycyrrhizinsäure zurückgeführt. Aufgrund der vielfältigen Eigenschaften dieses Moleküls finden sich Süßholzextrakte heute in höchst unterschiedlichen Produkten wieder: in Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, Gummi, Getränken und natürlich in Süßigkeiten.

Das Süßholz als Heilkraut 

Die Süßholzwurzel wird im Westen seit den Zeiten der alten Ägypter, Griechen und Römer genutzt, im Osten seit dem zweiten und dritten Jahrhundert v.Chr. Hindus, Chinesen, Sumerer, Assyrer, Babylonier, Ägypter, Griechen und Römer – sie alle wussten ihren süßen Geschmack zu schätzen. Die Ägypter stellten aus der Wurzel ein Getränk namens Mai Sus her, das auch heute noch sehr populär ist. In Japan wird das älteste Exemplar einer Süßholzpflanze, die Mitte des 8. Jahrhunderts aus China eingeführt wurde, bis heue in der Kaiserlichen Schatzkammer aufbewahrt.

 


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