Was charakterisiert die Seele und das Gewissen, die ja beide eine zentrale Rolle im Leben des Menschen spielen?

Das Wesen des Menschen zeichnet sich zum einen durch materielle und zum anderen durch immaterielle Aspekte aus. Auf die gleiche Dichotomie verweisen, wenngleich in Nuancen leicht abweichend, Wortpaare wie engelhaft-satanisch, spirituell-moralisch, körperlich-geistig oder triebgesteuert-gewissengesteuert. Für unsere Belange dürfte es sinnvoll sein, die spirituellen und materiellen Aspekte des Menschseins isoliert voneinander als unabhängige Mechanismen zu behandeln und zu bewerten. Ich ziehe es vor, den moralischen Aspekt als Mechanismus des Gewissens und den materiellen Mechanismus als Mechanismus der Seele zu bezeichnen. Der Mechanismus, den wir das Gewissen nennen, setzt sich aus den innersten Fakultäten zusammen: Herz, Geist, Sirr (Mysterium), Khafiy (einer Fakultät, die noch feinsinniger ist als Mysterium), Akhfa‘ (der feinfühligsten aller Fakultäten), Willenskraft, Auffassungsvermögen, Bewusstsein, Gefühlen und Empfindungen. Und alle Arten von Begierden und Launen, Trotz, Hass, Wut und Sturheit – Eigenschaften, mit denen der Mensch aus bestimmten Gründen und zu bestimmten Zwecken ausgestattet ist – bilden den Mechanismus der Seele (Nafs). Diese beiden Mechanismen arbeiten fast immer gegeneinander. Aber wenn es dem Mechanismus des Gewissens gelingt, den Mechanismus der Seele zu unterwerfen, dann verwandelt sich auch dieser in einen positiven Mechanismus, der uns dabei hilft, zu reifen und uns weiterzuentwickeln. Weiterlesen

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