Blumendialog

[soundcloud params=“auto_play=true&show_comments=true&color=0ac4ff“]https://soundcloud.com/diefontaene/meryem-akg-n-blumendialog[/soundcloud]

Der Wind strich zart um meine weichen Blütenblätter. Sie wiegten leicht im Takt des Windes hin und her. Er war kühler hier als bei uns. Doch nicht so, dass es sich unangenehm angefühlt hätte.

Auf meinen Blättern spiegelte sich sanft der Mondschein wider. Ich sah auf zum Mond, und er blickte leuchtend zurück. Aber selbst sein Leuchten wirkte auf mich irgendwie unvertraut.

Ich schwenkte meinen Blütenkopf langsam nach rechts zu meinen Brüdern und Schwestern. Sie alle sahen ziemlich erschöpft aus von der langen Reise, und in ihren Zügen erkannte ich dieselbe Sorge wie meine. Auch sie fühlten sich fremd hier.

Schwermütig seufzte ich auf und wollte mich nur noch ausruhen, als eine Bewegung in den dunklen Büschen, die den Garten vom Zaun trennten, meine Aufmerksamkeit auf sich zog: Es war eine kleine Hyazinthe. Sie sah mich neugierig an, worauf ich ihr mit leichter Anstrengung zulächelte.

Mein Lächeln wurde sofort erwidert, und sichtlich aufgeregt gab sie ein Zeichen nach hinten. Da tauchten hinter ihr plötzlich einige weitere Hyazinthen auf, dicht gefolgt von – ich konnte es nicht sofort erkennen – kleinen Nelken und Rosen.

Sie hüpften nervös und aufgeregt zu mir herüber, wobei sie aufgeregt kicherten und durcheinander redeten. Eine ziemlich kleine Nelke stolperte beim Laufen und fiel zu Boden. Die Hyazinthe, die ich zuerst erblickt hatte, lief zurück zu ihr und half ihr auf.

Die Blumenkinder umzingelten und beäugten mich neugierig. Ich lächelte sie freundlich und etwas nervös an. Darauf kicherten sie alle zugleich los. Es war lange her, dass ich solch lebendige Blumenkinder gesehen hatte.

Weiterlesen…

 

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Gefällt Ihnen der Artikel? Dann abonnieren Sie die Fontäne als Print-Ausgabe.

0

Your Cart